Hilfe in der Corona-Krise

Unser Gesundheitssystem wurde kaputtgespart. Neben den Pharmakonzernen wurden auch Kliniken zunehmend der Gewinnmaximierung unterworfen, so dass nicht einmal der „Normalbetrieb“ ohne enorme Belastungen des Pflegepersonals möglich war. Damit die Corona-Krise nicht zum sofortigen Kollaps führt, wurden Infektionsschutzverordnungen erlassen. Dennoch wird die Corona-Pflege-Krise bereits jetzt auf dem Rücken unterbezahlter Pflegekräfte in Krankenhäusern und Altenheimen ausgetragen, die nun Überstunden schrubben müssen (Freigabe des 12-Stunden-Arbeitstages). Das absurde Geschäft mit der Gesundheit zugunsten weniger zulasten vieler fällt uns längst auf die Füße (siehe auch Film „Der marktgerechte Patient“).

Die landesweiten Maßnahmen der Infektionsschutzverordnung wirken sich sehr unterschiedlich auf die Menschen in Mecklenburg-Vorpommern aus. Während gut Situierte den Frühling im Garten ihrer Anwesen genießen, gestaltet sich das Kontaktverbot für einen alleinstehenden älteren Herren in einer Einraumwohnung oder die Familie mit zwei Kindern in der kleinen Stadtwohnung völlig anders. Hinzu kommt der Preisanstieg für Lebensmittel, das Schließen verschiedener Tafeln und neuerdings sogar die Ankündigung des Sozialministeriums, im Falle einer Quarantäne auf Sachleistungen statt Geldleistungen umzustellen, was sich auf die Ärmsten in der Gesellschaft gravierend auswirkt.

Auch die finanzielle Situation für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern stellt sich sehr unterschiedlich dar. Größere Firmen schicken ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit und verlagern damit das personelle Risiko auf die betroffenen Arbeitnehmer sowie auf die gesamte Gesellschaft. Außerdem kündigen Großkonzerne an, ihre Mietzahlungen auszusetzen. Sie brechen gültige Produktionsverträge. Sie sind also nicht bereit, unternehmerische Verantwortung zu tragen. Dennoch entfallen auf die ca. 16.000 Großunternehmen 600 Mrd. EUR Fördergelder des Bundes. Gleichzeitig erfolgt die Gewinnausschüttung (Dividenden) an Aktionäre, für die sie teilweise sogar faule Kredite aufnehmen, die am Ende auch der Staat, also wir alle, bezahlen. Hinzu kommen die  750 Mrd. EUR der Europäischen Zentralbank für Anleihen, also für das Börsen-Casino. Die 3.000.000  kleinen Firmen und Selbständigen teilen sich nicht einmal 4% der Fördergelder (konkret 50 Mrd. Euro), so dass sie um ihr Überleben bangen müssen.

Im Zuge der Corona-Krise sind eine Finanz-Krise und eine Wirtschafts-Krise undefinierten Ausmaßes zu befürchten.

Fazit: Die Corona-Krise verschärft die Schere zwischen Arm und Reich in kürzester Zeit auf gravierendste Weise.

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Wir stehen auf: Solidarität und gegenseitige Hilfe

Bei aufstehen Mecklenburg-Vorpommern gibt es viele tatkräftige Mitstreiter, die ihre solidarische Unterstützung anbieten:

  1. Einkaufshilfe
    Benötigen Sie Unterstützung, weil Sie selbst nicht aus dem Haus können?
    Dann gehen wir für Sie einkaufen und erledigen Besorgungen für Sie. Das tun wir selbstverständlich ehrenamtlich, wir erwarten keine Entschädigung dafür. Schreiben Sie einfach eine E-Mail an info@aufstehen-mv.org mit Ihrem Wohnort, dem, was Sie benötigen und zu wann. Wir vermitteln Ihnen dann einen unserer Helfer.
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  2. Behördliche Hilfe
    Von Informationen und Tipps bis zur Unterstützung bei behördlichen Schreiben oder der Beantragung von finanziellen Mitteln helfen Ihnen unsere aufstehen-Mitstreiter aus dem öffentlichen Dienst. Schreiben Sie einfach eine E-Mail an info@aufstehen-mv.org mit Ihrer Frage und einer unserer Helfer wird sich um Ihr Anliegen kümmern.
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  3. Fragen oder Sorgen
    Möchten Sie sich Ihre Sorgen einmal von der Seele reden? Manchmal reicht es schon, mit jemandem darüber zu reden, was gerade besonders beängstigend oder belastend ist. Unsere aufstehen-Mitstreiter telefonieren mit Ihnen, beantworten Ihre Fragen und hören Ihnen zu.  Schreiben Sie einfach eine E-Mail an info@aufstehen-mv.org mit dem Betreff „Fragen oder Sorgen“ und der gewünschten Rückruftelefonnummer, dann ruft Sie einer unserer aufstehen-Mitstreiter zurück.
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Wir stehen auf: #EatTheRich

Unter diesem Hashtag „Eat the rich!“ zeigen in den USA immer mehr Menschen ihre Ablehnung gegenüber Stars, die aus ihren Luxusvillen per Videobotschaft leere Solidaritätsbekundungen abgeben. Auch in Deutschland ist mal wieder nichts von Solidarität durch die Reichsten in der Gesellschaft zu erleben. Es erinnert alles an Marie-Antoinettes Aussage „Wenn Sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen.“ Abgeleitet aus dieser unsinnigen Botschaft könnte man auf demselben Niveau sagen „Wenn Sie kein Brot haben, sollen sie doch die Reichen essen!“ Dann blieben hinterher wenigstens genügend Brot und Kuchen zum Aufteilen unter den Armen übrig. Aber im Ernst:

  • Rufen wir gemeinsam zu einer Corona-Vermögens-Sonderabgabe für die reichsten 5% der Bevölkerung auf! Wenn diese reichsten 5% nur 1% ihres Vermögens abgeben würden, entspricht das weniger als ihrem jährlichen Renditezuwachs. Dieses Geld könnte als Einmalzuschuss für die ärmsten 5% der Bevölkerung aufgeteilt werden.
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  • Verlangen wir (adäquat zum Kurzarbeitergeld), dass die Abgeordneten die Auswirkungen der Corona-Krise ebenfalls persönlich mittragen und ab sofort bis zum Jahresende 20% ihrer Diäten vom Deutschen Bundestag als Corona-Spende an die 940 Tafeln geben, die derzeit nicht die 1,6 Millionen bedürftigen Personen versorgen können.
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  • Bringen wir die Bundesregierung dazu, dass Gesundheit nicht länger der Phrase „Der Markt regelt das schon!“ unterworfen werden darf. Daseinsfürsorge darf kein marktwirtschaftliches Produkt sein! Schreibt es auf ein Plakat und hängt es auf euren Balkon, wenn ihr das nächste Mal gemeinsam singt oder klatscht.
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  • Fordern wir das Abschaffen jeglicher Fallpauschalen, weil wir nicht länger zulassen können, dass die Behandlung von kranken Menschen gleich gemacht wird mit dem Anschrauben eines Autoteils in Fließbandarbeit.
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  • Bestehen wir auf Maßnahmen der Bundesregierung zur Schaffung von Chancengleichheit nach der Corona-Krise!

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Die Corona-Krise beschert den meisten von uns viel Zeit zum Nachdenken. Über uns. Über unsere Gesellschaft. Über unsere Daseinsfürsorge. Darüber, wie sozial unsere sogenannte soziale Marktwirtschaft wirklich ist. Welche Ideen habt ihr, wie es nach der Krise für uns alle weitergehen soll? Schreibt es an info@aufstehen-mv.org!

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